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UdJ 2026 - Torsten Stückert ausgezeichnet als Unternehmer des Jahres

Mit der Auszeichnung „Unternehmer des Jahres 2026“ würdigt die Mittelstands- und Wirtschaftsunion Neukirchen-Vluyn in diesem Jahr Torsten Stückert und seine gleichnamige Friedhofsgärtnerei. Geehrt wurde damit ein Unternehmer, der tief in Neukirchen-Vluyn verwurzelt ist, ein besonderes Handwerk mit fachlicher Qualität, Verantwortungsbewusstsein und Menschlichkeit verbindet und sich seit vielen Jahren auch über den eigenen Betrieb hinaus für die Gemeinschaft engagiert.

 

Die Auszeichnung fand am 24. Juni 2026 auf dem Betriebsgelände der Friedhofsgärtnerei Stückert an der Raiffeisenstraße statt. Trotz hochsommerlicher Temperaturen waren gut 50 Gäste der Einladung gefolgt, um Torsten Stückert als Unternehmer des Jahres zu ehren. Unter den Gästen waren neben Familie, Mitarbeitenden, Freunden, Geschäftspartnern und Wegbegleitern auch Bürgermeister Dirk Schauenberg, die stellvertretenden Bürgermeister Claudia Wilke und Ulrich Leikefeld, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Mittelstand sowie frühere Preisträgerinnen und Preisträger der Auszeichnung.

 

Für einen persönlichen und passenden Rahmen hatte die Friedhofsgärtnerei gemeinsam mit der MIT gesorgt. Kühle Getränke und Verpflegung machten den heißen Nachmittag angenehm, und auch die fachliche Handschrift des Betriebs war unübersehbar: Die Ladefläche eines Fahrzeugs war wie ein Grab bepflanzt und dekoriert worden. Dazu gab es ein kleines Gewinnspiel. Die Gäste konnten schätzen, wie viele Pflanzen verarbeitet worden waren. Die drei Teilnehmenden, die mit ihrer Schätzung am nächsten lagen, erhielten jeweils zwei Eintrittskarten für die Landesgartenschau in Neuss.

 

Elsa Bertz, Vorstandsvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Neukirchen-Vluyn, begrüßte die Gäste und hielt anschließend die Laudatio auf den Preisträger. Dabei zeichnete sie den beruflichen und persönlichen Weg Torsten Stückerts nach.

Geboren am 19. November 1973 in Kamp-Lintfort und aufgewachsen in Neukirchen-Vluyn, ist Torsten Stückert seiner Heimat bis heute treu geblieben. Nach dem Besuch der Pestalozzi-Grundschule und der Theodor-Heuss-Realschule führte sein beruflicher Weg zunächst in eine kaufmännische Ausbildung. Doch statt diesen Weg einfach fortzusetzen, entschied er sich bewusst für einen Neuanfang und folgte seiner Leidenschaft für das Gärtnerhandwerk. Mit der Ausbildung zum Friedhofsgärtner und dem anschließenden Meisterabschluss legte er den Grundstein für seine spätere Selbstständigkeit.

 

Ein entscheidender Schritt folgte im Jahr 1998: Torsten Stückert übernahm die Friedhofsgärtnerei von Hans-Peter Atrops in Neukirchen-Vluyn. Was damals mit rund 240 Pflegegräbern begann, hat sich durch Fleiß, Verlässlichkeit, fachliches Können und unternehmerisches Gespür zu einem erfolgreichen Handwerksbetrieb entwickelt. Heute betreut und pflegt die Friedhofsgärtnerei Stückert mit ihrem Team rund 830 Grabstätten in Neukirchen-Vluyn, Moers, Rheinberg und Rheurdt.

 

Dieses Wachstum ist für die MIT Neukirchen-Vluyn kein Zufall. Es steht für Qualität, Beständigkeit und ein besonderes Verständnis für die Menschen. Friedhofsgärtnerei bedeutet weit mehr als Pflanzen, Pflege und Gestaltung. Sie verlangt Einfühlungsvermögen, Respekt und Verantwortungsbewusstsein gegenüber Angehörigen, die sich oft in einer sensiblen Lebenssituation befinden. Genau für diese Verbindung aus fachlicher Kompetenz und menschlicher Haltung steht Torsten Stückert seit vielen Jahren.

 

Auch die Nachwuchsförderung spielt in seinem Betrieb eine wichtige Rolle. Vier Auszubildende hat er bislang erfolgreich auf ihrem Weg ins Berufsleben begleitet und damit einen Beitrag zur Zukunft des Handwerks geleistet. In seiner Dankesrede hob Torsten Stückert besonders sein Team hervor: Rebekka Abeler-Spenner, Roland Spenner, Marvin Dohm, Felix Schumacher, der kurz vor seiner Gesellenprüfung steht, sowie Melissa Gawronski, die seit April als neue Auszubildende im Betrieb ist. Eine solche Auszeichnung, so machte Stückert deutlich, nehme man zwar allein entgegen, verdient werde sie aber nie allein.

Bekannt ist die Friedhofsgärtnerei Stückert auch durch ihre Teilnahme an Landes-, Bundes- und internationalen Gartenschauen. Dort wurden Arbeiten des Betriebs bereits vielfach mit Gold- und Silbermedaillen ausgezeichnet. Für Torsten Stückert stehen dabei nicht nur Preise und Anerkennung im Vordergrund. Gartenschauen sind für ihn auch Orte des fachlichen Austauschs, des Lernens und des gemeinsamen Arbeitens im Team.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist der Blick in die Zukunft der Friedhofskultur. Nachhaltigkeit ist für ihn kein kurzfristiger Trend, sondern Teil des betrieblichen Alltags. Moderne Akku-Technik, die Verwendung heimischer Pflanzen und ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen gehören für ihn selbstverständlich dazu. Mit dem Konzept „Des Imkers Vermächtnis“ hat Torsten Stückert zudem gezeigt, wie sich Erinnerungskultur und ökologische Verantwortung miteinander verbinden lassen. Die Gestaltung schafft nicht nur einen würdigen Ort des Gedenkens, sondern zugleich Lebensraum für Insekten und einen Beitrag zur Biodiversität.

 

Sein Engagement reicht über den eigenen Betrieb hinaus. Als die Tennisabteilung des SV Neukirchen ihr 100-jähriges Jubiläum vorbereitete, unterstützte Torsten Stückert die Gestaltung einer bienen- und insektenfreundlichen Stauden- und Blumenzwiebelfläche am Eingang der Anlage Klingerhuf. Auch im Vorstand der Interessengemeinschaft des Gewerbeparks Neukirchen-Nord bringt er sich für die Belange der örtlichen Unternehmen und für ein gutes Miteinander vor Ort ein.

 

In seiner Dankesrede griff Torsten Stückert auch ein Thema auf, das ihm besonders am Herzen liegt: die Zukunft der Friedhöfe in Neukirchen-Vluyn. Er machte deutlich, dass Entwicklungen wie der zunehmende Wunsch nach Urnenbestattungen oder anonymen Bestattungsformen nicht allein als gesellschaftlicher Trend betrachtet werden sollten. Auch die Kosten unterschiedlicher Grabformen spielten dabei eine wesentliche Rolle. Stückert plädierte dafür, gemeinsam mit Verwaltung und Politik über neue, tragfähige und zukunftsweisende Konzepte nachzudenken – etwa Urnengemeinschaftsgräber, Baumgräber mit Pflegefläche oder naturnahe Formen der Bestattung, die zu den Menschen passen und zugleich die Friedhöfe als besondere Orte erhalten.

 

Denn Friedhöfe sind für ihn mehr als Orte der Trauer. Sie sind grüne Räume in der Stadt, Orte der Erinnerung, der Ruhe, der Begegnung und des Lebens. Passend dazu endete seine Rede mit einem Satz, der auch in der Laudatio von Elsa Bertz aufgegriffen wurde und der seine Haltung treffend beschreibt: „Es lebe der Friedhof!“

 

Sehr persönliche Worte fand Torsten Stückert auch für seine Familie. Er dankte seinen Eltern, seiner Frau Sandra, seiner Tochter Johanna und seiner Schwester Claudia für Rückhalt, Verständnis und Unterstützung. Dabei wurde er für einen Moment sichtbar emotional. Gerade dieser Augenblick zeigte, dass unternehmerischer Erfolg immer auch von Menschen getragen wird, die im Hintergrund mitgehen, mittragen und mit aushalten.

 

Bürgermeister Dirk Schauenberg würdigte Torsten Stückert ebenfalls mit persönlichen Worten. Für den Preisträger war dies ein besonders schöner Moment, denn die Anerkennung seiner Arbeit in der eigenen Heimatstadt bedeutet ihm viel.

 

Mit der Auszeichnung „Unternehmer des Jahres 2026“ würdigt die MIT Neukirchen-Vluyn einen Unternehmer, der mit Fleiß, Bodenständigkeit und Verantwortungsbewusstsein ein starkes Handwerksunternehmen aufgebaut hat. Torsten Stückert steht für Qualität, Verlässlichkeit, Heimatverbundenheit und ein Handwerk, das fachliches Können mit Menschlichkeit verbindet. Zugleich zeigt sein Engagement, wie mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Stadt und ihre Region prägen – wirtschaftlich, gesellschaftlich und menschlich.

 

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion Neukirchen-Vluyn gratuliert Torsten Stückert herzlich zur Auszeichnung als Unternehmer des Jahres 2026 und dankt allen Gästen, die diesen besonderen Nachmittag begleitet haben.